Chronik der Leichtathletik- und Volkslauf-Abteilung

Im Jahr 2001 fand zwischen der Leichtathletik- und der Volkslaufabteilung vereinsintern eine Fusion statt. Dies wurde erforderlich, da insbesondere die Volkslauf-Veranstaltungen alleine durch die Mitglieder der Volkslaufabteilung nicht organisiert werden konnten.

Die nachfolgenden, recht ausführlichen Chroniken stammen aus dem Jubiläumsjahr des VfB 1900 Gießen, als die Abteilungen Leichtathletik und Volkslauf noch getrennt geführt wurden.

 

100 Jahre VfB 1900 Gießen –Chronik der Leichtathletik-Abteilung

Schon früh fand die Leichtathletik eine Pflegestätte in unserem Verein, wurden doch schon im Gründungsjahr 1903 "Athletische Wettkämpfe" veranstaltet. Bereits 1910 bekam der 1900er-Sportplatz an der Hardt eine 360m lange Aschebahn.
Nach dem ersten Weltkrieg war Ernst Paulus die treibende Kraft der Leichtathletik. Er ist als Begründer einer in sich geschlossenen, nach modernen Gesichtspunkten ausgerichteten Leichtathletikabteilung anzusehen. Damals wurde von ihm und von August Wallenfels der Stadtlauf "Rund um die Anlagen" ins Leben gerufen, bei dem unsere Leichtathleten Jahrzehnte lang eine dominierende Rolle spielten. 1922 errang Ernst Paulus die Westdeutsche Meisterschaft in 110m Hürdenlauf. Neben dem Gießener Sportclub von 1900 unterhielt zu dieser Zeit auch der spätere Fusionspartner VfB 08 eine Leichtathletikabteilung, die ebenfalls gute Könner in ihren Reihen hatte. Nach dem Zusammenschluss von "1900" und der "Spvvg. 1904" zur "Spvvg. 1900" im Jahre 1926 wurde die Abteilung bei "1900" Georg Richtberg übertragen. Dieser setzte sich insbesondere für die Weiterführung (bis 1934) der "Nationalen Wettkämpfe" ein, die bei hervorragender Besetzung stets großen Anklang fanden. Unter der Trainingsleitung von Willi Schmidt ging Ende der zwanziger Jahre der Stern von Eugen Eldracher, eines der größten Sprinttalente der deutschen Leichtathletik, auf. Eldracher kehrte leider aus dem Rußlandfeldzug nicht zurück. Dieses Schicksal erlitt auch der zur deutschen Diskuselite zählende Arthur Kilo. Von sich reden machten in den dreissiger Jahren mit Otto Gugel und Dr. Otto Luh noch zwei weitere Werfer. Dr. Otto Luh errang sogar einen deutschen Nachkriegsmeistertitel (1946) im Kugelstoßen. Die Gießener Farben in In- und Ausland vertrat zu dieser Zeit auch recht gut der Langstreckler Paul Gerhardt, der 1928 im Marathonlauf - zu dieser Zeit für Siegen startend - in der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Amsterdam gestanden hatte.
Der Wiederbeginn nach dem zweiten Weltkrieg war sehr schwierig. Insbesondere dadurch, dass keine Übungsstätten zur Verfügung standen. Der 1900-Sportplatz auf dem Trieb war durch Verwendung zu Depotzwecken vollständig verloren und der VfB-Waldsportplatz auch zunächst durch die Besatzungsmacht beschlagnahmt. Doch man liess sich nicht unterkriegen, auch wenn man zunächst, wie die 1900er Leichtathleten, nur Gastrechte (MTV Platz und Universitätssportplatz) genoß. Unter Führung von August Wallenfels, dem Ehepaar Bepperling und Georg Richtberg konnten bald tüchtige Nachwuchskräfte, wie die beiden Mittelstreckler "Hansel" Weber und Heinz Minke, herangebildet werden. Auch die weibliche Jugend machte von sich Reden. Die besten Repräsentantinnen waren Barbara Rumpel und Ilse Emmerich. Für Barbara kam die große Zeit aber eigentlich erst in der Frauenklasse. Sie stand mehrere Jahre hindurch über 100 und 200m in den Endläufen bei den Deutschen Meisterschaften, wurde 1967 Süddeutsche Meisterin über 100m und verbesserte gleichzeitig den hessischen Frauenrekord auf 11,8 Sek. Inzwischen hatte sich aber auch bei den Männern einiges getan. Um Herbert Steinhof, dem mehrfachen Hessischen Meister im 3000m Hindernislauf und im Waldlauf, scharte sich bald eine Anzahl talentierter Mittel- und Langstreckler. Mit Steinhof, Theo Albach und Rudi Stelz konnte 1959 die Hessische Mannschaftsmeisterschaft im Waldlauf (Hauptklasse) errungen werden. In demselben Jahr kam Rudi Stelz zu seinem größten Triumph: die deutsche Juniorenmeisterschaft über 5000m und der Sieg im 3000m Lauf beim Juniorenländerkampf gegen Polen in Danzig. Eine hervorragende Rolle spielte auch der vielseitige Dr. Gottfried Besenbruch. 1956 wurde er Süddeutscher Fünfkampf- und im Jahr darauf Hessischer Zehnkampfmeister. Da die intensive Jungendbetreuung fortgesetzt worden war, war es kein Wunder, dass diese Arbeit Früchte trug. So wurde 1956 - im Jahr des Zusammenschlusses von "Spvgg 1900" und dem "VfB 08" zum "VfB 1900" - die hessische Jugendmannschaftsmeisterschaft (DJMM) vor so renommierten Vereinen wie KSV Hessen Kassel und Eintracht Frankfurt errungen. Von dieser Mannschaft war übrigens bis in die 80er Jahre hinein noch mit Erfolg Horst Rückel aktiv. Später nahmen unsere Jugendsprinter eine dominierende Stellung ein. So stand im Jahre 1965 unsere 4x100m Staffel im Endlauf bei den Deutschen Jugendmeisterschaften, und die von ihr gelaufenen 43,2 Sek. waren damaliger Bezirksrekord. Bei der gleichen Veranstaltung war im darauffolgenden Jahr unserem Jugendlangstreckler Günter Schirmer durch Erringung der Deutschen Vizemeisterschaft im 3000m-Lauf (8:36,4 Min.) ein bedeutender Erfolg beschieden. In die Juniorenklasse aufgerückt, sorgten er, Falko Will und Norbert Ludwig für eine Deutsche Mannschafts-Vizemeisterschaft., und zwar bei den Deutschen Waldlaufmeisterschaften in Plattling (Niederbayern). Inzwischen hatten aber auch die Sprinter von sich Reden gemacht, und zwar Heino Dörr mit hervorragenden 10,5 Sek. über 100m, Eberhard Gademann mit 49,0 Sek. über 400m und der A-Jugendliche Bernd Keßler mit 10,8 Sek. über die kurze Sprintstrecke. - Vielen Beispielen in der Bundesrepublik folgend, wurde zu Beginn der Saison 1969 die Giessener Leichtathletik-Gemeinschaft (Gießener LG) aus den Stammvereinen MTV 1846 Gießen und VfB 1900 Gießen gegründet, die eine Trainings- und Wettkampfgemeinschaft darstellte und sich damals bereits bewährte.
Norbert Ludwig erreichte 1971 seinen Leistungshöhepunkt und verbesserte die Kreisrekorde von 800m bis 3000m. Von 1971 bis 1973 trumpfte Theo Albach noch einmal stark auf, als er Deutscher Waldlaufbester in der Alterklasse I wurde und im Bezirk auf der Bahn über 5000m und 10000m neue Bestmarken setzte. Bezirksrekord wurde auch in einer Mannschaftswertung erzielt, nämlich der für den Marathonlauf in 8:01:10 Std. mit Gerhard Oswald, Otto Dittrich und Herbert Brück. Neben guten Langstreckenzeiten auf Bahn und Strasse taten sich auch der Stern eines noch ganz jungen Talents in unseren Reihen auf: bei den Deutschen Schülermeisterschaften konnte Holger Schmidt 4 Titel an sich bringen, und zwar im 100m-Lauf, im Weitsprung, im Kugelstoßen und im Vierkampf. Mit seine 4149 Punkte in der letztgenannten Disziplin stellte er einen neuen Deutschen Schülerrekord auf. Inzwischen hatte man bei Holger auch die Begabung für den Hochsprung entdeckt. 1973 (als Sechzehnjähriger) übersprang er 2,05m. Er stellte damit nicht nur einen neuen Hessischen Jugendrekord auf, sondern war auch bester seines Jahrgangs in der gesamten Bundesrepublik. In diesem Jahr gelang es auch Otmar Martern, in die Spitzenguppe der Hessischen Speerwerfer vorzustoßen. Seinen sportlichen Höhepunkt erreichte er 1978 mit einer Weite von 71,36m.
In der Saison 1974 war unser Aushängeschild erneut Holger Schmid. Nun in der A-Jugend startend, wurde er Hessenmeister im Hochsprung (Halle), Fünfkampf und Zehnkampf. Bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften fiel er verletzt aus. Doch schon zu Beginn des Jahres 1975 konnte Holger Schmidt bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften im Hochsprung (2.), 60m (3.) und im Kugelstossen (4.) vordere Plätze erreichen. Seinen sportlichen Höhepunkt für den VfB 1900 erreichte er jedoch als Deutscher Jugendmeister im Fünf- und Zehnkampf. Mit seinen erzielten 3836 und 7592 Punkten verbesserte er gleichzeitig die Hessischen Jugendrekorde. Auch absolvierte Holger in diesem Jahr einen Männer-Zehnkampf, der ihn mit erreichten 7166 Punkten an die Spitze der Hessischen Männer-Bestenliste brachte. Leider verliess Holger nach dieser Saison den Verein, so dass uns einer der aussichtsreichsten Sportler verlorenging.
1978 konnte mit Berthold Lemcke, übrigens ein Quereinsteiger aus der Volkslaufszene, ein weiterer Hessischer Meistertitel im 8-Rundenlauf in der Halle bei den A-Schülern errungen werden.
Zwischen 1979 und 1982 begann der Aufstieg der beiden Brüder Michael und Markus Rückel. Mehrkampf- und Wurftalent Michael konnte 1979 bereits einen ersten Hessenmeistertitel im Diskuswurf der B-Jugend für sich verbuchen. Über eine Plazierung unter den ersten 10 auf DLV-Ebene im Diskuswurf in 1980, langte Michael 1981 richtig hin und wurde als A-Jugendlicher im Diskuswurf, sowie im 5- und 10-Kampf Hessenmeister. Mit seiner Diskus-Bestleistung von 50,92m belegte er sogar auf DLV-Ebene einen ausgezeichneten 2. Platz. 1982 sprang für Michael als Aktiver im Zehnkampf noch ein Hessischer Vizetitel heraus. Bruder Markus stand seinem älteren Bruder in nichts nach und wurde 1980 Hessenbester der B-Schüler im Hochsprung und Kugelstoß, sowie Spitzenreiter in der HLV-Bestenliste im 4-Kampf. 1982 errang Markus bei den A-Schülern einen Hessischen Vizemeistertitel im 4-Kampf und erreichte in der HLV-Bestenliste im Hochsprung mit 1.82m die Spitzenposition. Leider verliessen die beiden Talente ab 1993 unseren Verein, ohne auch nur annähernd ihr mögliches Leistungspotential ausgeschöpft zu haben.
Ab 1980 begann für Martin s. der Durchbruch in die hessische Mittel- und Langstreckenelite mit der Erringung des Hessischen Jugendmeistertitels über 800m. Er baute anfangs der 80iger Jahre sein Leistungsniveau kontinuierlich aus und hielt es noch bis 1995, ehe ihn verstärkt Ischiasbeschwerden gehörig zusetzten. In dieser Zeit konnte Martin insgesamt 8 Hessenmeistertitel (ohne Seniorentitel), vorwiegend im 3000m Hindernislauf und auf der Crosslauf-Mittelstrecke, für sich verbuchen. Hinzu kam als größter Erfolg ein Süddeutscher Meistertitel 1986, sowie 2 Bronce-Plätze bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften 1982 und 1983 jeweils über die Hindernisstrecke. Seine enorme Leistungsbreite dokumentieren die folgenden Bestzeiten: 800m (1:51,76), 1000m (2:24,1), 1500m (3:48,24), 3000m (8:10,80), 3000m Hind. (8:48,05), 5000m (14:15,54), 10000m (30:05,15), Marathon (2:24:50). Auch als Jungsenior war er erfolgreich, indem er 1992 den Deutschen Seniorenmeistertitel über 1500m in der M30 für sich verbuchte.
Parallel zu s. entwickelte sich Mittel- und Langstreckler Uwe Wagner recht gut, startete aber wegen vereinswechselbedingten Unterbrechungen nicht durchgehend für den VfB 1900. Auf der Mittelstrecke kam er zeitweise zu ähnlich guten Leistungen wie s., konnte aber erst als Jungsenior entsprechende Einzelhessenmeistertitel einfahren.
1981 erhielt Gießen mit der "Aussensportanlage der Herderschule" ihre bislang einzige Kunststoffanlage, die daraufhin gleichermassen zu Wettkampf- und Trainingszwecken genutzt wurde.
Im gleichen Jahr kam die A-Schülerin Astrid Mizerski zu Hessischen Meisterschaftsehren im Diskuswurf.
Ab 1982 wurde die bisherige Startgemeinschaft um zusätzliche 8 Vereine aus dem Kreisgebiet erweitert und in das neue Gebilde "Leichtathletikzentrum Giessen Stadt und Land" (kurz: LAZ Gießen) umbenannt. Grundgedanke dieser Entwicklung war die Bildung von leistungsstärkeren Mannschaften und Staffeln sowohl für den Trainings-, als auch für den Wettkampfbetrieb.
Dies sollte sich auch später auszahlen, denn bis 1999 konnten unter Mitwirkung von VfB 1900-Athleten insgesamt 14 Hessentitel im Mannschaftskampf für das LAZ verbucht werden. Diese verteilten sich auf die unterschiedlichen Jahrgangsklassen wie folgt (im Klammern die jeweilige Jahreszahl): Schülerinnen C (1983/1992), Schüler C (1989), Schülerinnen B (1984/1985/1986), Schüler B (1983/1998), Schülerinnen A (1986), weibliche Jugend A (1983/1989/1990), Männer-Landesliga (1992/1993).
1983 nutzte Mittelstreckenspezialist Erich Gebhardt, der als Jugendlicher für den MTV 1846 Giessen startete und nach mehrjähriger Bundeswehrzeit wieder zum VfB 1900 zurückkehrte, die Gelegenheit, bei den Deutschen Senioren-Bestenkämpfen über die 1500m-Distanz in der M30 siegreich zu sein. Im gleichen Jahr errang unsere Sprint- und Hürdenspezialistin Dianne Ponzio als A-Jugendliche mit der 4x100m Staffel, sowie der 5- und 7-Kampfmannschaft des LAZ jeweils den Hessenmeistertitel. Auch im darauffolgenden Jahr konnte sie die Mehrkampferfolge unter Beteiligung von Sylke Marpert wiederholen und errang eine zusätzliche Hessenmeisterschaft über die 400m Hürdenstrecke. Ihre in 1985 erreichte Bestzeit von 61,34 Sek. ist heute noch Bezirksrekord. Selbst 1988 im reifen Frauenalter von 22 Jahren gelang es ihr nochmalig, und zwar diesmal im Weitsprung, einen Hessentitel zu holen.
In 1985 war das LAZ auf mittlerweile 20 Stammvereine angewachsen. Zu dieser Zeit bildete sich um LAZ-Coach Bernd Barth eine leistungsfähige Mittel- und Langstreckengruppe, die später ab 1987 von unserem Trainer Erich Gebhardt erfolgreich weitergeführt wurde. Insbesondere die 4x800m und 4x1500m-Staffeln der Männer, anfänglich in 1986/1987 unter der Beteiligung von Frank Döring, Martin s. und Uwe Wagner, später ab 1992 durch Mitwirkung von Christian Paul, Martin s. und Karsten Möller, waren für schnelle Staffelzeiten gut. So wurde in 1986 der heute noch bestehende Bezirksrekord über die 4x1500m in der Besetzung Wagner-Geißler-Blum-s. auf 15:45,16 Min. verbessert. Mit dem Süddeutschen Vizetitel in 1993 über die 4x800m mit 8:36,10 Min. in der Besetzung Paul-Bujard-s.-Möller konnte der größte Staffelerfolg in der Männerklasse eingefahren werden. Hinsichtlich der errungenen Langstaffel- und Crosslaufmanschaftstitel dürfte wohl Gero Reitz in die Vereinsgeschichte eingehen. So konnte er bereits in den Jahren als B- und C-Schüler zahlreiche Hessenbestentitel auf sich vereinigen. Seinen größten Erfolgt feierte er jedoch als A-Schüler als er 1990 zusammen mit seinen Staffelkammeraden Martin Bujard und Tobias Volk den Hessenmeistertitel in der Crosslauf-Mannschaft und mit der 3x1000m-Staffel errang. Die in jenem Jahr noch ereichte Zeit von 8:11,0 Min. über die 3x1000m erwies sich als die Beste im ganzen Bundesgebiet, war damaliger Hessenrekord und ist noch heutiger Bezirksrekord.
Zu einem Wechsel der Abteilungsführung kam es 1987 als unser langjähriger Abteilungsleiter Georg Richtberg sich nach rekordverdächtiger 61-jähriger Amtszeit nicht mehr zur Wiederwahl stellte. An seine Stelle trat Karlheinz Reitz. Hier entstand jedoch kein Bruch, da glücklicherweise Herr Richtberg weiterhin bei der Führung der Geschicke der Abteilung mitwirkte. Leider musste Karlheinz Reitz schon 1990 die Abteilungsleitung aus beruflichen Gründen abgeben. Dieses Amt füllte nun seitdem Martin s. aus.
Gut in Szene setzen konnten sich auch die Zwillinge Franka und Julia Vonholdt, sowie Anita Posern. Trugen sie doch mit großem Anteil an den Hessischen Titelgewinnen in der DJMM-Mannschaft der weiblichen Jugend A in den Jahren 1989 und 1990 bei. Während Anita bereits als A-Schülerin 1985 die Hessenmeisterschaft im Speerwurf gewann, so konnte Franka ihr dies in 1986 im Diskuswurf der A-Schülerinnen und 1988 im Kugelstoss in der Halle bei der weiblichen Jugend B gleichtun.
In den letzten Jahren hatten wir deutlich nachlassende Nachwuchszahlen zu verzeichnen, so dass sich daraus auch nur wenige Spitzenathleten entwickelten.
1988 konnte sich Christian Heck mit zwei Hessentitel im Leichtathletischen Fünfkampf und im Schleuderballwurf bei den Mehrkampfmeisterschaften der Turner schmücken.
Gute Fortschritte machen die zu den A-Schülern zählenden Sprinter Behzat Celik und Michael Grudski. Letzterer konnte sich in 1999 den Hessentitel in der M14 über die 80m Hürden sichern. Auch bei der weiblichen Jugend B haben wir mit Stephanie Freitag eine aussichtsreiche Mehrkämpferin, die 1999 bei den Hessischen Mehrkampfmeisterschaften sowohl im Vierkampf als auch im Siebenkampf die Vizemeisterschaft errang.
Auch unsere Senioren sind mit grosser Regelmässigkeit schon seit über 2 Jahrzehnten sehr erfolgreich. So konnten durch Herbert Steinhof, Günter Röder, Uwe Wagner, Dieter Kleinschmidt, Heinz Dietz, Arno Willershäuser und zuletzt durch Martin s. viele Hessische Seniorenmeistertitel in den unterschiedlichsten Altersklassen errungen werden. Auch bei Deutschen Senioren-Bestenkämpfen (ab 1988 aufgewertet zu Deutschen Seniorenmeisterschaften) und Senioren-Europa-, sowie Senioren-Weltmeisterschaften waren unsere Athleten schon mit vorderen Platzierungen vertreten. Als Teilnehmer der höchsten Meisterschaftsebene sind hier Herbert Steinhof und Arno Willershäuser zu nennen. Aber auch im Senioren Mannschaftskampf (kurz DAMM) waren wir seit Jahren zumindest in Hessen auf den vorderen Plätzen vertreten.
Auch unsere langjährig tätigen Kampfrichter, die nicht nur für unsere Sportfeste, sondern auch für viele Verbandveranstaltungen z.T. über die beiden letzten Jahrzehnte hinaus tätig waren, dürfen nicht unerwähnt bleiben. So hatten wir in Margit und Erich Held, Peter Friedrich, Martin s., sowie Eckhardt und Christian Paul kompetente und zuverlässige Stützen für einen reibungslosen Wettkampfbetrieb.
An Sportfesten trugen wir bis 1998 als Gemeinschaftsveranstaltung mit dem MTV 1846 Gießen ein Schüler-Hallensportfest aus, das aufgrund sinkender Teilnehmerzahlen zuletzt nicht mehr kostendeckend betrieben werden konnte. Im Rahmen des LAZ wurden alljährlich das Nat. Pfingstsportfest, sowie 3 Abendsportfeste und eine Geherveranstaltung mit Volks- und Strassenlauf ausgerichtet.
Mit zum Betreuungsbereich der Leichtathletikabteilung gehören seit Jahren im Rahmen des 2. Weg Sports der Stadt Gießen zwei Kinderturngruppen, sowie eine Fitnessgruppe zur Vorbereitung und Abnahme des Deutschen Sportabzeichens unter der langjährigen Stützpunktleitung von Georg Richtberg. Dieser Sportabzeichentreff im Waldstadion ist einer der ältesten in Deutschland und bringt unter Anleitung von Übungsleiter Peter Friedrich jährlich zwischen 60 und 100 Sportabzeichen-Absolventen hervor. Altersbedingt scheidet Herr Richtberg noch im Jahr 2000 aus. Die Stützpunktleitung wird dann an Herrn Peter Friedrich übergeben werden.

Bericht im Jahr 2000 zusammengestellt von Martin s.

 

100 Jahre VfB 1900 Gießen –Chronik der Volkslauf-Abteilung

Am 15. September 1974 hatten Reinhold Battenfeld und Herbert Steinhof den VfB 1900-Lauftreff ins Leben gerufen. Damit gehört diese Einrichtung zu einer der ältesten in Deutschland.
Damals traf man sich noch im Winterhalbjahr an der Ostschule bzw. in der Wieseckaue zum gemeinsamen Lauf.
Erster Abteilungsleiter der Volkslauf-Abteilung war Reinhold Battenfeld. Ihm folgte Fritz Lange bis Ende 1996. Danach trat Klaus Kramer an die Stelle des Abteilungsleiters, ehe seit 1999 nun Martin s. als kommissarischer Abteilungsleiter gewählt wurde. Hinsichtlich der Wechsel der Abteilungsleitungen ist zu berichten, dass diese nicht immer in Harmonie vollzogen wurden. Der Mitgliederzahl der Volklslauf-Abteilung hat dies leider nicht gut getan, da sie in den letzten Jahren sehr zurückging.
Bereits in den Anfangsjahren der Abteilung war eine rege Beteiligung an den Volkslauf- und Wander-Veranstaltungen in der unmittelbaren und ferneren Umgebung zu verzeichnen. Insbesondere Teilnahmen an hochkarätigen Internationalen Marathonläufen, wie Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, sowie Athen, Kairo, New York, Paris, Boston waren immer wieder eine neue Herausforderung. Viele Pokale, Tafeln und Gegenstände in unseren Räumlichkeiten im Scheibenhaus erinnern an diverse Volkslauf- und Wanderveranstaltungen. Interessierte können gerne zu den Lauftreffterminen unsere Trophäen anschauen.
Auch bei Internationalen Meisterschaften waren Mitglieder unserer Abteilung schon vertreten. Mit Elfriede Adam und Herbert Steinhof konnten mehrmals Teilnehmer für Senioren-Weltspiele entsandt werden.
Gerne erinnert man sich auch an die federführende Ausrichtung des 4-Städte-Laufs nach Kerkrade vom 14.-19.09.1981 als es galt, rund 500 km in mehreren Etappen zurückzulegen.
Einen großen Verlust zu verzeichnen hatten wir 1987 als während des 80-jährigen Jubiläums-Volklaufs des TSV 07 Allendorf/ Lda unser langjähriges Abteilungsvorstandsmitglied Günter Adam zusammenbrach und wenige Augenblicke später verstarb.
An eigenen Veranstaltungen sind im Jubiläumsjahr mittlerweile der 30. Int. Gießener Frühjahrs-Volkslauf und der 28. Int. Gießener Silvester-Volkslauf zu nennen. Im Rahmen des 28. Int. Gießener Frühjahrs-Volkslaufs 1998 konnten sogar die Hessischen Strassenlauf-Meisterschaften erfolgreich ausgerichtet werden.
Nicht unerwähnt bleiben sollen unsere früheren Wettkampfläufer Mario Berger, Jörg König, Roger Mathewes, Ralf Nowak, sowie Thomas s., die auf Stecken zwischen 5 km und der Marathondistanz gute Ergebnisse erzielten.

Bericht im Jahr 2000 zusammengestellt von Martin S.

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